Katholische Organisationen verurteilen US-Versuch, Verhandlungen über einen UN-Vertrag über transnationale Unternehmen zu entgleisen – CIDSE

Katholische Organisationen verurteilen den Versuch der USA, Verhandlungen über einen UN-Vertrag über transnationale Unternehmen zu entgleisen

Kein Schritt zurück: Katholische Organisationen verurteilen den Versuch der USA, die Verhandlungen über einen UN-Vertrag über transnationale Unternehmen zu entgleisen


Brüssel, 25. Oktober 2021

Die 7. Sitzung der Open-Ended Intergovernmental Working Group on Transnational Corporations and Other Business Enterprises in Respect to Human Rights findet vom 25. bis 29. Oktober 2021 in Genf statt.

Während die CIDSE und ihre Mitgliedsorganisationen zum ersten Mal die aktive Präsenz der USA im Verhandlungsraum begrüßen, bringen wir unsere tiefe Besorgnis über die heute vorgebrachten Bemerkungen der US-Mission beim UN-Menschenrechtsrat in Genf zum Ausdruck. In ihrer mündlichen Erklärung sprachen sich die USA gegen ein rechtsverbindliches UN-Instrument (LBI) zur Regelung der Aktivitäten von Wirtschaftsunternehmen im internationalen Menschenrechtsrecht aus und forderten die am Prozess beteiligten Staaten auf, „einen Schritt zurückzutreten“. US-Delegierte halten den aktuell überarbeiteten dritten Entwurf des LBI für zu anspruchsvoll und greifen lieber auf unverbindliche Selbstverpflichtungen zurück.

Doch freiwillige Maßnahmen haben es versäumt, Mensch und Umwelt zu schützen[1]. Gemeinden, Arbeitnehmer und Menschenrechtsverteidiger fordern seit langem vor der Einrichtung der Open-ended Intergouvernemental Working Group zu transnationalen Konzernen und Menschenrechten verbindliche Regeln für Unternehmen. Tatsächlich gibt es seit mehr als einem Jahrzehnt unverbindliche Instrumente wie die Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte und die OECD-Leitsätze für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln.

2020 war das tödlichste Jahr für Umwelt- und Menschenrechtsverteidiger[2]. Unser Planet unterliegt weiterhin einem dramatischen Klimawandel, der zum großen Teil durch Unternehmensaktivitäten verursacht wird. Bauern und indigene Gemeinschaften sind weiterhin dem Verlust von Land, Lebensgrundlagen, kulturellen und spirituellen Traditionen ausgesetzt, die durch große agroindustrielle und extraktive Projekte verursacht werden. Während die meisten Unternehmen für solch dramatische Auswirkungen auf unsere menschliche Familie und unser gemeinsames Zuhause verantwortlich sind, werden die Auswirkungen von Regierungen und Völkern im globalen Süden am stärksten zu spüren. Mit den Worten des Ständigen Beobachters des Heiligen Stuhls in Genf: „Entwicklungsländer und am wenigsten entwickelte Länder leiden unter den Folgen einer Asymmetrie im internationalen System, bei der die Rechte von Wirtschaftsunternehmen durch harte Gesetze und starke Durchsetzungsmechanismen abgesichert werden, während ihre Verpflichtungen nur durch weiche Gesetze, wie freiwillige Richtlinien, abgesichert werden.“[3]

Inspiriert von den Worten von Papst Franziskus bekräftigen wir unsere Ablehnung eines „profitorientierten Wirtschaftsmodells, das nicht zögert, Menschen auszubeuten, zu verwerfen und sogar zu töten“.[4] und unser Aufruf, „sich immer mehr als Einfamilienhaus in einem gemeinsamen Haus zu verstehen“, eine Sichtweise auf die Welt, die, wie die heutige US-Erklärung bestätigt, „die Wirtschaftsmächte, die schnelle Profite fordern, nicht interessiert“.[5]

Wir fordern die US-Regierung auf, sich konstruktiv in Verhandlungen einzubringen. Die heutige Intervention der USA ist ein klarer Versuch, den Prozess für ein rechtsverbindliches UN-Instrument zu entgleisen und zu verzerren, das nur dazu dienen wird, die Straflosigkeit der Unternehmen zu schützen und zu bewahren und die globale Ungleichheit zu bewahren. 

CIDSE und seine Mitgliedsorganisationen stehen in Solidarität mit Bürgern, indigenen Völkern, Gemeinschaften, sozialen Bewegungen, demokratischen Vertretern und all denen guten Willens, die an eine bessere Welt glauben, die auf der Fürsorge füreinander und unserem gemeinsamen Zuhause basiert und nicht auf der Streben nach Gewinn. Wir werden nicht zurücktreten und werden weiterhin mit gleichgesinnten Organisationen zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die Straflosigkeit und Gerechtigkeit der Unternehmen für die davon Betroffenen beendet wird.


[1] Europäische Kommission, Studie zu Sorgfaltspflichten in der Lieferkette.
[2] Die Industrien, die die Klimakrise und Angriffe auf Verteidiger verursachen | Globaler Zeuge.
[3] His Excellence Ivan Jurkovic, Statement bei der Open-ended Intergovernmental Working Group on Transnational Corporations and Other Business Enterprises in Respect to Human Rights, 17. Oktober 2018.
[4] Papst Franziskus, Fratelli Tutti, 22.
[5] Ibidem, 17.

[VORLÄUFIGE VOLLAUTOMATISCHE TEXTÜBERSETZUNG - muss noch überarbeitet werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.] Erklärung des Vertragsbündnisses von CIDSE unterstützt.


Photo by Joshua Höhne on Unsplash

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