Ökumenische Pilgerfahrt für Klimagerechtigkeit von Deutschland nach Frankreich - CIDSE

Ökumenische Pilgerreise für Klimagerechtigkeit von Deutschland nach Frankreich

Weit mehr als 5000-Pilger sind bereits den Pilgerweg gegangen, der von der dänisch-deutschen Grenze nach Paris führt - warum? Lohnt es sich wirklich, angesichts der jüngsten schrecklichen Anschläge in Paris fast 1500km zu gehen? Alle unsere Pilger sind sich einig: Ja, das ist es!

Wir werden uns auf keinen Fall von diesen Terroristen lähmen lassen. Wir müssen weiter für Klimagerechtigkeit eintreten, die Stimmen der Menschen des Glaubens erheben und unsere Einheit auf interreligiöse Weise demonstrieren, um zu unterstreichen, dass unsere muslimischen Schwestern und Brüder nichts mit diesen Terroristen zu tun haben. Unsere Pilger wollen Solidarität mit den Flüchtlingen aus Syrien zeigen, die genau vor dieser Armee fliehen. Den Pilgern ist auch bewusst, dass viel mehr Menschen ihr Land verlassen müssen, wenn die Folgen des Klimawandels zu solchen Terroranschlägen oder Bürgerkriegen führen.
Mit dieser Klimapilgerreise sind die französischen und deutschen Pilger ein lebendiges Beispiel dafür, wie stark Menschen beim Gehen und Zusammenhalten sein können - alles vereint für Klimagerechtigkeit und Frieden. Indem sie an Landschaften vorbeiziehen, in denen die Folgen der Zerstörung der Natur sichtbar werden oder in denen Tausende Menschen aufgrund vergangener Kämpfe ums Leben kommen, spüren sie die Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft, um diese Art von Ungerechtigkeit und unnötigen Todesfällen zu bekämpfen.
Auf dem Weg von Metz nach Mars-la-Tour in Frankreich kamen die Pilger an der alten Grenze vorbei, an der Elsass-Mosel von 1870 zu 1918 annektiert worden war, und besuchten in 1870 den Ort einer schrecklichen Schlacht zwischen Frankreich und Preußen.

Die Pilger besuchen nicht nur Beispiele für Klimazerstörung oder Krieg, sondern beteiligen sich auch an inspirierenden Diskussionen darüber, wie die zukünftige Energieerzeugung aussehen könnte und wie nützlich es für unseren Planeten wäre, in ökologische Landwirtschaft zu investieren. Die Pilger haben Slow Food Gardens und ökologische Bauernhöfe besucht, wo sie den Unterschied zwischen konventioneller und klimaproduktiver Lebensmittelproduktion probieren durften.

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Diskussion in Metz: „Christen und das Klima - warum ziehen wir um?“ Mit dem Bischof von Troyes, dem Präsidenten von Pax Christi France und vielen anderen.

Neben theoretischen Diskussionen darüber, was im Bereich des Naturschutzes bereits erreicht wurde und was noch getan werden muss, geben unsere Pilger mit konkreten Aktionen ein Beispiel.

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Die Pilger pflanzen einen Gingko-Baum und hinterlassen ein Kunstwerk in Cochem, um ihren Ansprüchen gerecht zu werden. Das Bild zeigt Eva Katarina Agestam, die einzige schwedische Pilgerin, die den ganzen Weg von Schweden nach Paris gegangen ist - sie hat im Juni begonnen!

Die Pilgerreise hat nicht nur eine "Klimadimension", sondern auch eine spirituelle. Gebete und Meditationen sorgen dafür, dass sich unsere Pilgergruppe mit allen anderen religiösen Aktivisten, Ordensleuten und normalen Bürgern, die unser Ziel der Klimagerechtigkeit geistlich und konkret unterstützen, verbunden fühlt. Ein mehrsprachiges Buch mit Gebeten und Liedern wurde nur für diese ökumenische Pilgerreise für Klimagerechtigkeit produziert.

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Gottesdienst in der Kathedrale von Metz, Frankreich

Die Pilger werden trotz der jüngsten Ereignisse ihren Marsch nach Paris fortsetzen. Mit ihren Gebeten wollen die Pilger die Pariser stärken, die ihre Lieben verloren haben und jetzt in Angst leben. Sie geben dem Terror, den der IS verbreiten will, keinen Raum, sondern gehen weiter - für unsere Schöpfung, für unsere zukünftigen Generationen und für die verwundbarsten Menschen auf der Welt, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sein werden.

Geschrieben von Daniela Bergmaier, Koordinatorin der Ökumenischen Pilgerreise für Klimagerechtigkeit

 

 

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